Herzlich Willkommen in unserem kleinen Paradies im Naturpark Eggegebirge südlicher Teutoburger Wald

Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“

(Hermann Hesse)


Von der Planung zur Vollendung – ein weiter Weg mit vielen Stolpersteinen. Den Zauber des Anfangs verspürt man kaum noch, wenn die Arbeit zur Plackerei wird. Und dennoch, zu sehen wie sich alles entwickelt, Form annimmt und immer wieder von Fremden gesagt zu bekommen, was sich da schon so viel und toll entwickelt hat, da kann man ihn wieder verspüren, den Zauber des Anfangs.

Der erste Schritt zu meinem Kräuternest ist schon eine ganze Weile her. Damals saß ich noch in Süddeutschland in meinem Wohnzimmer und begann zu planen, wie alles aussehen sollte. Pläne wälzen, Ideen entwickeln, Pläne zeichnen, überlegen, was alles in die Erde soll und wo, es dauerte lange, bis aus der groben Idee der „fertige“ Plan wurde.

Hier in der Oeynhauser Mühle angekommen, stellte sich schnell heraus, dass weder Fotos noch Pläne wiedergeben können, wie die Lage vor Ort ist. Als erstes musste ich  mit meinem Sohn regeln, wie viel ich von „seinem“ Acker für den Gemüseanbau abzweigen darf, damit sich ein Anbau bei dem restlichen Feld noch lohnt. Ein Traktor und die dazugehörige Gerätschaft mussten gekauft werden und zwischen all den Renovierungsarbeiten wollte nun also auch noch der Acker bearbeitet werden – schließlich sollten im Sommer schon Salat, Kräuter und Gemüse wachsen.

Und dann begann die grobe Arbeit. Mein Sohn hatte viel Spaß damit, den Acker umzugraben und so für die Anlage der Beete zu sorgen.

Nun war also die Triticale Geschichte und jetzt begann die Arbeit für mich. Es wäre relativ einfach gewesen, einfach das Gemüse in Reihen zu pflanzen, aber ich hatte mir etwas anderes vorgestellt. Mein Stück Acker sollte ein Gemüse-, Obst- und Kräutergarten der besonderen Art werden, eine Oase der Natur.

Und so sah der Plan aus:

Bis dahin allerdings wird noch eine Menge Zeit vergehen. Zunächst warteten meine selbst gezogenen Setzlinge darauf, ins Freie zu dürfen. Deshalb musste zuerst ein „Gewächshaus“ her und die ersten Beete mussten schnell fertig werden.

Gar nicht so einfach, erst musste mal der Mittelpunkt gefunden werden und dann kreisförmig die Beete abgesteckt werden. Dass das nicht alles im ersten Jahr zu schaffen sein würde, war mir sehr schnell klar. Hauptsache, meine Pflanzen konnten rechtzeitig eingepflanzt werden.

Für die Abgrenzung der Beete und Wege Material zu finden, war ein Leichtes. Auf dem Feld lagen genug große und kleinere Steine mit denen es sich gut gestalten ließ. Allerdings war es gar nicht so einfach, denn der Boden war nicht gerade im besten Zustand. Hatte es geregnet, so hatte ich schnell Schuhe mit 10 cm dicken Sohlen, war es ein paar Tage länger trocken, war der Boden so hart, dass ich ihn nicht bearbeiten konnte.

Abgesehen davon machte mir Sorgen, dass ich in diesem Boden keinerlei Lebewesen finden konnte. Kein Wurm, kein Käfer, nichts. Ich habe tatsächlich überlegt, ob ich aus meinem Hausgarten Regenwürmer auf das Feld umsiedeln soll. Aber dafür fehlte mir denn doch die Zeit.


Trotz allen Hindernissen, die sich an allen Fronten auftaten schaffte ich es Mitte Mai, alle meine Pflanzen in fertige Beete zu setzen.


Da ich meine Beete immer gut gemulcht habe, hatte ich nicht arg viel Arbeit mit Unkraut jäten oder gießen. Obwohl der Sommer wieder heiß und trocken war, hatten meine Pflanzen kaum Probleme. Dafür erwartete mich der Sommer mit einer Überraschung: Schmetterlinge, Bienen, Hummeln und Käfer besuchten meine noch nicht allzu zahlreichen Blüten. Und entsprechend viel gab es dann auch zu ernten.


Von Salat über Tomaten, Paprika, Auberginen, Bohnen bis Zucchini war in Hülle und Fülle zu ernten.



So ging das erste Jahr zu Ende, von der geplanten Hecke ist noch nicht viel zu sehen, nur vereinzelte Pflanzen stehen schon. Auch die Beete sind noch bei weitem nicht alle angelegt, aber immerhin sind die Wege noch vor dem Winter grob abgesteckt und es ist alles vorbereitet, um Platz für weitere Pflanzen zu haben.


Jetzt, ein Jahr nach unserer Ankunft in der Mühle, sind bereits die ersten Samen gesät. Die Arbeit auf dem Feld geht mit der Anlage weiterer Wege und Beete, dem Setzen eines Zaunes und der Pflanzung der Hecke weiter. Die ersten Salate wachsen schon auf den Beeten, sie haben sich letztes Jahr selbst ausgesät und an jedem wärmeren Tag kann man zusehen, wie sie sich entwickeln.

Mangold und Rosenkohl kann ich auch immer noch ernten. Was für ein Anfang, voller Zauber!